Der hohe Nock als König des Sengsengebirge


Es herbstelt am hohen Nock

Es herbstelt schon in den Bergen. Das mussten wir bei unserer Tour auf den hohen Nock im Nationalpark Kalkalpen feststellen. Der Hohe Nock ist mit seinen 1.963 m der höchste Gipfel des Sengsengebirges. Am Gipfel erwartet einen ein riesiges Gipfelplateau, das je nach Jahreszeit mit einer Blumenwiese zum längeren verweilen einlädt. Bei sonnigem Wetter der ideale Ort um sich ein wenig die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Der Aufstieg ist lang und umso erholsamer und schöner ist dann die Rast. Zumindest im Normalfall. Denn obwohl wir bei 30 Grad in der Breitenau in Molln weg gegangen sind hat uns am Gipfel ein eher unfreundliches Wetter begrüßt. Windböen, die einem schier das Jacken anziehen unmöglich machen. Schade – gerne hätte ich den Ausblick länger genossen.





Ein Ziel - viele Wege

Der Aufstieg ist von mehreren Seiten möglich. Von Windischgarsten aus, von der Ramsau in Molln oder von der Breitenau. Wir sind diesmal vom Bodinggraben in der Breitenau los. Die Wanderung ist hier mit etwa 4,5 h und 1375 Höhenmetern angegeben, was auch ziemlich gut zutrifft. Ich würde sie aber generell - abgesehen von einer nötigen Grundkondition – als leicht und auch mit Kindern begehbar einstufen. Gefährliche Stellen gibt es so gut wie keine. Aber klar – aufpassen – meiner Meinung nach vor allem auch auf Steinschlag – sollte man aber natürlich trotzdem.
Los geht es auf dem Weg Nummer 39 von der Blumauer Alm. Dort führt der Weg in Serpentinen in Richtung Feichtau Alm.  Ein kurzer Abstecher dorthin lohnt sich allemal, da die Feichtau wirklich herrlich gelegen ist. Wenn der Wirt der Hütte anwesend ist – darf man sich auch über einen guten Most oder frische Bauernkrapfen freuen.

Feichtau Alm

Der Weg bis zur Feichtau ist sehr gut ausgetreten und sehr sonnig – fast ein wenig heiß bei solchen Temperaturen. Da wäre der Nordanstieg über die Ramsau schon etwas einladender gewesen. Kurz vor der Feichtau Alm gabelt sich dann der Weg und man kann Richtung Feichtau Seen (der untere Weg) oder zum Nock (der obere Weg) abbiegen. Schnurstracks geht es dann dem bewiesten und nie ausgesetzten Grat entlang nach oben.  Anfangs durch lichten Wald und Wiesen, je weiter nach oben man gelangt – und das geht sehr schnell bei den steilen Serpentinen – umso schroffer und steiniger wird das Gelände. Man schlängelt sich auf dem Weg durch Mannshohe Farne, Plantagen von Heidelbeeren und alte – teils vom Borkenkäfer eliminierte Bäume, die an einen unberührten Dschungel erinnern. Ein sehr spezielles Bild das leicht surreal wirkt, an Schönheit aber kaum zu überbieten ist.






Nun gibt es einige kurze Passagen, die mit Seilen zu überwinden sind. Die Serpentinen werden noch steiler und anstrengender. Am Grat eingerahmt von Latschen weht kein Lüftchen. In der Ferne erkennt man schon das riesige Geröllfeld, dass man vor dem letzten Anstieg überquert. Hier wird es auch Latschenfrei und man schaut auf die türkisen Feichtauer Seen hinab. Idealer Rastplatz um nochmal Kräfte zu sammeln.






Abdruck der Naturgewalten

Interessant ist, dass der Weg im Jahr 2012 durch eine riesige Schutt Mure an dieser Stelle komplett weggerissen wurde. Man erkennt jetzt noch welche immensen Steinmassen sich damals bis zum See hinunterbewegt haben.

Überquert man das Geröllfeld geht es nochmals steil und steinig etwa 30 Minuten bergauf bis man das Gipfelplateau erreicht. Von hier aus sieht man bereits das Gipfelkreuz des erhabenen Berges und wandert gemütlich am breiten, bewiesten Grat entlang.

So zumindest die Theorie – in der Praxis wurden wir fast von einer Windböhe weggeweht. Denn am Gipfelplateau herrschten schon herbstliche Temperaturen. Da zieht man doch gerne das ein oder andere Jäckchen drüber.



Naja – kurz in das Gipfelbuch eingetragen, ein paar schöne Bilder geknipst und ab geht es wieder nach unten wo weniger Wind geht. Auf der Feichtau Alm angelangt durften wir dann doch noch die ersehnte Rast in der Almwiese bei angenehm warmen Temperaturen verbringen und einen schönen Sonnenuntergang ansehen.




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